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Schneeweißchen und der Gilb

Prepare to enter... THE SCARY DOOR!
UV-Belichtung eines mit Retr0bright-Paste eingepinselten Computergehäuses

Manch einer meint ja, erst der Gilb der Jahre würde historischen Computergehäusen und anderem alten Plastik den rechten musealen Charakter verleihen. Ich hingegen find's einfach nur scheußlich, und so war ich heilfroh, als ich bei einer Internet-Recherche zu diesem Thema auf Retr0bright gestoßen bin. Es ist wirklich erstaunlich, mit welch einfachen Mitteln die ErfinderInnen dieser brisanten Mischung auch das übelst verfärbteste Plastik wieder in originalem Computer-Weiß (also eher einem hellen Grau) erstrahlen lassen konnten.

Als mir ein vernachlässigter Sharp MZ-80A in die Hände fiel, dessen Gehäusefarbe sich zu einem eher unappetitlichen Braungrüngelb gewandelt hatte, hatte ich mein Versuchskaninchen für eigene Retr0bright-Experimente gefunden.

Und so wird's gemacht:

Die Zutaten für Original-Retr0bright -- links oben Glycerin und eine EDTA-haltige Wäschebleiche, links unten Xanthan und rechts 10%iges Wasserstoffperoxid.

Als Zutaten für Retr0bright benötigt man (laut Original-Quelle) vor allem Wasserstoffperoxid-Lösung in 10 - 15%iger Konzentration, Xanthan, Glycerin und ein EDTA-haltiges Wäschebleichmittel. (Ich bin ja inzwischen nach verschiedenen Experimenten der Meinung, dass erstere drei Zutaten ausreichend sind, so dass ich mir meine eigenen Rezepturen entwickelt habe...)

Von der Beschaffung her stellt übrigens das Wasserstoffperoxid das größte Problem dar -- offenbar ist man in ministerialen Kreisen der Meinung, dass damit zu viele Bomben gebaut werden, und so erhält man in Apotheken eine maximal 6%ige Lösung -- und das natürlich zu Apothekenpreisen. Aber glücklicherweise gibt es ja das böse, unkontrollierbare Internet und den bösen, unersättlichen Datenkraken, wo man beispielsweise unter den Suchbegriffen "restaurierungsbedarf" und "wasserstoffperoxid" schnell eine legale Quelle für literweise 10%iges Wasserstoffperoxid finden kann.

Nur mit Handschuhen auftragen, die Retr0bright-Paste!

Im richtigen Verhältnis angerührt, ergibt sich aus den Zutaten eine Paste, die auf die Oberfläche des zu restaurierenden Plastik-Gehäuses aufgetragen werden kann. Die bestrichenen Flächen werden dann mehreren Stunden (oder Tage) einer Belichtung mit UV-Licht ausgesetzt -- wobei ich mir bei einem bekannten Elektronik-Versandhändler eine Röhre für eine Desinfektionslampe besorgt und in ein Gehäuse aus'm Baumarkt eingesetzt habe.

Für die Restaurierung von Tastenköpfen habe ich auf Glycerin und Xanthan verzichtet, so dass die Mischung so dünnflüssig blieb, wie Wasserstoffperoxidlösung eben flüssig ist, und die Tasten in einem selbstgebauten Schüttelbad damit behandelt. (Gut, es wäre wohl auch ohne Schüttelbad gegangen, aber es hat Spaß gemacht, mal wieder etwas mit dem Technik-Baukasten des bekannten Dübel-Erfinders zu spielen.)

Die Tastenköpfe kommen ins Schälchen...
...und dieses dann auf's Schüttelbad, wo sie von unten mit UV-Licht bestrahlt werden.

Die Rezeptur

Wie gesagt, aufgrund meiner Experimente und der Erfahrungen mit austrocknendem Ret0bright-Gel bin ich der Meinung, dass das Original-Rezept durchaus die eine oder andere Veränderung vertragen kann. Verwendung der Rezepte aber natürlich komplett auf eigene Gefahr!

Torstens Retr0bright flüssig (für Tasten und andere Kleinteile)

ergibt 500 mL Retr0bright mit 6% Wasserstoffperoxid
Wieviel? Was?
300 mL 10%ige Wasserstoffperoxid-Lösung
200 mL dest. Wasser

Torstens Retr0bright-Gel

Ergibt 500 mL Retr0bright-Gel mit 6% Wasserstoffperoxid und 40% Glycerin
Wieviel? Was?
300 mL 10%ige Wasserstoffperoxid-Lösung
200 mL Glycerin
1 EL Xanthan (lieber nachträglich noch etwas zugeben als mit zuviel anfangen...)