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Raptorentheater

Dinosaurier-Pappmasken in Aktion
Dinosaurier-Masken in Aktion: Ein Tenontosaurus wird von zwei Deinonychus-Exemplaren angegriffen

Als mir einer unserer Jungs mitteilte, dass er und ein paar KlassenkameradInnen planten, ein Referat über Dromaeosauridae (Sichelkrallendinosaurier, umgangssprachlich auch bekannt als "Raptoren") zu halten, ließ er ganz nebenbei fallen, dass die Truppe auch ein paar Dinosauriermasken benötigen würde, um ein Rudel jagender Deinonychus-Individuen szenisch nachzustellen.

Nach ein paar missglückten Versuchen, Ausschneidebögen für Dinosauriermasken nach Gefühl zu gestalten, beschloss ich, dass es jetzt wohl an der Zeit sei, sich in das fabelhafte Open-Source-3D-Modellierungsprogramm Blender einzuarbeiten, was es mir erlauben würde, die Seitenlängen und Winkel der Ausschneidefiguren anhand der Raumkoordinaten der Eckpunkte von 3D-Modellen berechnen zu können.

Oh, wie froh war ich, als ich feststellte, dass Blender mit einem Plugin ausgeliefert wird, dass die Erstellung von Ausschneidebögen direkt aus 3D-Modellen ermöglicht...!

Deinonychus-Maske als 3D-Modell in Blender
Die Deinonychus-Maske als 3D-Modell in Blender
Verkleinerte Prototypen der Masken in ihrem natürlichen Lebensraum
Verkleinerte Prototypen der Masken in ihrem natürlichen Lebensraum

Da unser Drucker maximal A3-Papier verarbeiten kann, mussten die vom Ausschneidebogen-Plugin exportierten PDF-Dateien noch manuell nachbearbeitet werden. Ich habe Inkscape verwendet, um die Ausschneideformen in Teile zu zerlegen, die jeweils auf ein Viertel einer A1-Seite passten. Dabei musste ich freilich ein paar neue Klebelaschen einzeichnen.

Die dabei entstandenen A1-Seiten wurden mit Hilfe des pdfposter-Tools in mehrseitige A3-Dokumente umgewandelt:

pdfposter -m a3 -p 2x2a3 a1-size-input.pdf a3-size-output.pdf

Die Maken erwiesen sich als recht groß geraten; beim Ausdruck sollten sie um 80 - 90% verkleinert werden.

Reality-Check

Natürlich stellen die hier gezeigten Dinosaurier-Masken keine wissenschaftlich korrekten Rekonstruktionen dar. Ich habe mich allerdings bemüht, Form und Färbung der Masken so anzulegen, dass das Ergebnis biologisch gesehen Sinn ergibt.

Dinosaurier-Masken, anteriore Ansicht
Dinosaurier-Masken, anteriore Ansicht. (Links: Tenontosaurus; rechts: Deinonychus)
Dinosaurier-Masken, laterale Ansicht
Dinosaurier-Masken, laterale Ansicht. (Links: Tenontosaurus; rechts: Deinonychus)

Tenontosaurus

Tenontosaurus, ein Mitglied der Iguanodontia-Klade, diente dem Deinonychus bekanntermaßen als Nahrung. Die Maske berücksichtigt folgende Aspekte der Biologie des Tenontosaurus:

  • Das Maul endete in einem Hornschnabel, mit dem der Tenontosaurus gut Pflanzenteile abreißen konnte.
  • Der Tenontosaurus hatte lange, schmale Kiefer, mit denen er die abgerissenen Pflanzenteile gründlich zermahlen konnte.
  • Die Augen saßen – wie z. B. auch bei heute lebenden pflanzenfressenden Huftieren – seitlich am Kopf, so dass der Tenontosaurus bis fast ganz nach hinten schauen konnte, ohne den Kopf drehen zu müssen. Damit konnte er zwar nicht räumlich sehen, dafür aber auch Räuber erspähen, die sich von hinten anschleichen wollten.
  • Dinosaurier hatten wohl keine Ohrmuscheln, sondern eine einfache Ohröffnung, ähnlich wie heutige Eidechsen.
  • Der Tenontosaurus lebte wahrscheinlich in sumpfigen Wäldern, in denen sich Licht- und Schattenflecken abwechselten. Es ist anzunehmen, dass er eine entsprechende Tarnzeichnung mit hellen und dunklen Flecken und/oder Streifen in Braun- und/oder Grüntönen hatte.
  • Bei vielen Tieren – von Mäusen bis hin zu Antilopen und Raubkatzen, aber auch bei Fischen – ist der Bauch heller als der Rücken gefärbt - sie weisen eine sog. Gegenfärbung auf. Da das Sonnenlicht von oben auf den dunklen Rücken fällt und der helle Bauch somit im Schatten liegt, erscheinen Bauch und Rücken bei einer solchen Färbung ungefähr gleich hell. Dadurch hebt sich das Tier weniger von seiner Umgebung ab und ist noch besser getarnt.
  • Tiere, die von Räubern gejagt werden, verschleiern oft durch dunkle Flecken die genaue Position ihrer Augen. So fällt es den Angreifern schwerer, gezielt auf Kopf und Hals loszugehen.

Deinonychus

Die folgenden Aspekte der Deinonychus-Biologie wurden bei der Gestaltung der Maske berücksichtigt:

  • Der Deinonychus hatte eine lange, schmale Schnauze.
  • Die Augen blickten eher nach vorne, so dass sich ihre Sichtfelder überlappten und der Deinonychus damit wahrscheinlich räumlich sehen und gut Entfernungen abschätzen konnte. Praktisch für einen Räuber, der gezielt zupacken und zubeißen muss!
  • Die Schnauze war wahrscheinlich geschuppt, während der Rest des Körpers mit Federn bedeckt war.
  • Die Ohröffnungen waren nicht zu sehen, da sie – wie bei Vögeln – unter den Federn verborgen waren.
  • Auch für Raubtiere ist es günstig, eine Tarnzeichnung zu besitzen (heutige Beispiele: Leoparden, Tiger und andere Raubkatzen), um sich unbemerkt anschleichen zu können. Dementsprechend ist auch die Deinonychus-Maske mit einem Flecken- und Streifenmuster versehen.
  • Insbesondere ist auch hier das Auge in einem schwarzen Streifen verborgen, so dass der Kopf des Räubers nicht hervorsticht.