Reparatur
Kurz bevor ich den Schneider beim Aufräumen des Hobbyzimmers auf den Haufen für den Recycling-Hof räumen wollte, hatte ich ihn glücklicherweise doch noch mal eingeschaltet, und erneute flackerte ganz kurz die Startmeldung über den Bildschirm, bevor wieder tiefe Schwärze herrschte. Das motivierte mich hinreichend, das Gerät doch mal aufzuschrauben und einen Blick hinein zu werfen. Dabei musste ich feststellen, dass das Teil sogar über eine Vortex-Speichererweiterungskarte mit 512 kB zusätzlichem RAM verfügte!
Beim Versuch, alle ICs mal herauszunehmen und wieder einzusetzen -- eine einfache Methode, korrodierte Kontakte zumindest ansatzweise zu reinigen -- ist mir das Kühlblech des Gate-Arrays entgegengekommen. Das war die Gelegenheit, die Reste der alten, klebrigen, kaugummi-artigen Kühlpaste durch einen Klacks moderner, silberhaltiger Paste zu ersetzen.
Nach vielem Herumdrücken und -ruckeln erschien dann ab und an auch mal wieder eine Startmeldung -- ein klares Indiz für einen Wackelkontakt. Ich weiß bis heute nicht, wo genau die unzuverlässige Verbindung sitzt (womöglich irgendwo im Flachband-Kabel, das den alten CPU-Sockel mit dem Speichererweiterungsboard verbindet), aber immerhin bootet der Rechner jetzt weitgehend stabil.
Bei einem weiteren Versuch, das Gate-Array (warum eigentlich?!) noch mal aus dem Sockel zu bekommen, habe ich es leider Kunststück hinbekommen, dass der widerspenstige IC sich mit einem Salto verabschiedete und in seinem Sockel zwei abgebrochene Pins zurückließ. Das ließ sich glüchlicherweise durch Einsetzen des beschädigten ICs in einen weiteren Sockel beheben, in dem kurze Drahtstücke bereit standen, um die verlorenen Pins zu ersetzen. Nach verlöten der Drähte mit den Pin-Rümpfen funktionierte das System wieder problemlos.
Nach Einsetzen der Gate-Array/Behelfs-Sockel-Combo in den eigentlichen Sockel auf dem SP512-Board hatte das Konstrukt leider eine etwas zu hohe Bauhöhe, so dass es nun von unten an die Tastaturplatine stößt und das Gehäuse beim Zuschrauben unter mechanische Spannung setzt. Mal sehen, wie lange das so hält...
A propos Tastatur
Ein weiterer Transportschaden äußerte sich in ein paar permanent eingedrückten Tasten im Cursor-Block. Nach Abschrauben der Tastatur-Platine zeigte sich, dass lediglich ein paar der "Gummi-Hütchen", deren mit Graphit beschichtete Unterseite beim Drücken einer Taste den Kontakt auf dem Board schließt, permanent eingedrückt waren -- was sich aber problemlos beheben ließ.
Reset-Knopf
Der Ein-/Ausschalter des CPC464 ist wohl berüchtigt dafür, dem mechanischen Stress tausender Schaltvorgänge nicht besonders gut gewachsen zu sein und irgendwann seinen Dienst zu verweigern. Um dem vorzubeugen, wird der Einbau eines Reset-Buttons empfohlen und im CPC-Wiki detailiert beschrieben. Wobei ich allerdings eine andere Stelle zum Abgreifen des GND-Pegels gewählt habe als vorgeschlagen (nämlich die entsprechende Leitung des CPU-Sockels), da sich der im Wiki vorgeschlagene GND-Punkt unterhalb der Speichererweiterungskarte befindet.
Das Gehäuse des Rechners wies bereits eine Bohrung auf, die geeignet platziert schien für den Reset-Knopf (rechts neben dem Video-Ausgang) -- allerdings mussten in die beiden das Loch flankierenden Kunststoff-Leisten noch Aussparungen geschnitten werden, um Platz für den etwas zu dicken Taster zu schaffen.
Finale Kosmetik
Das Gehäuse des Rechners war ursprünglich mit einigen Kipp- und einem Schlossschalter verziert, die jedoch intern nirgends angeschlossen waren bzw. mangels Schlüssel keine Funktion mehr erfüllten. Die Kippschalter wurden also ausgebaut, und der Schlosschalter wurde wieder aus der Verkabelung der Stromversorgung entfernt.
Um die nach deren Ausbau verbliebenen Bohrungen zu verdecken, wurden Papierstücke passender Form und Größe in annähernd Schneider-Grau bedruckt und von innen (Schlossschalter, rechts neben dem Cassetten-Laufwerk) oder außen (Kippschalter, oberhalb der Tastatur) am Gehäuse befestigt. Bei letzterem wurde versucht, den Look der an dieser Stelle normalerweise vorhandenen Original-Blende zu reproduzieren.